Keine Kündigung nach sechsfacher Abmahnung

Eine Dozentin an einer Schule erhob beim Landesarbeitsgericht Frankfurt am Main Kündigungsschutzklage. Grund war die Kündigung nach der 6. Abmahnung.

Die Klägerin und ihr Arbeitgeber hatten immer wieder Auseinandersetzungen wegen der verspäteten Erledigung von Arbeitsaufträgen. Sie bekam bereits 5 Abmahnungen, in welche jeweils die Kündigung angedroht wurde, jedoch nicht ausgeführt wurde. Nach der 6. Abmahnung kündigte der Arbeitnehmer daraufhin seine Mitarbeiterin.

Das Landesarbeitsgericht urteilte, dass die Kündigung gegenstandslos ist (Az.: 17 Sa 1826/07). Die Abmahnung habe infolge der vorangegangenen folgenlosen Abmahnungen ihre Warnfunktion verloren. Der Arbeitgeber hätte in den Abmahnungen die Intensität steigern müssen. Da dies nicht geschehen ist, hat die Mitarbeiterin darauf vertrauen können, dass wieder keine ernsthaften Konsequenzen zu erwarten sind.

Veröffentlicht am: 21.12.2010 | Kategorie: Gerichtsurteile Arbeitsrecht

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